Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus – WTF?! Demo gegen den Papstbesuch | Freitag, 23.09.2011 | 18:30 Uhr | Siegesdenkmal, Freiburg

Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus – WTF?!
Pressemitteilung vom 23.09.2011

Erfolgreiche Vorabend-Demo gegen den Papstbesuch in Freiburg

Am Vorabend des Besuchs von Joseph Ratzinger, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Papst Benedikt XVI“, in Freiburg demonstrierten ca. 1000 Menschen unter dem Motto „Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus: What the Fuck?! Für die befreite  Gesellschaft!“ in der Freiburger Innenstadt. Begleitet wurde die Demonstration von einem fast ebenso großen Polizeiaufgebot aus nah und fern.

Im Vorfeld haben wir, das Freiburger „What the fuck?!“-Bündnis, ein Koordinierungsgespräch mit der Polizei und dem Ordnungsamt initiieren wollen, welches jedoch aufgrund des unkooperativen Verhaltens des Ordnungsamtes scheiterte (vgl. unsere Pressemitteilung vom 19.09.2011).

Trotzdem fanden während der Demonstration Gespräche und Verhandlungen mit dem Einsatzleiter Gabriel Winterer und dem Leiter des Ordnungsamtes, Walter Rubsamen, statt. Zwar wurden unsere Demonstrationsroute, welche wir im Vorfeld veröffentlicht hatten und unser Lautsprecherwagen teilweise abgelehnt, dennoch werten wir die Demonstration als Erfolg. Innerhalb weniger Wochen haben wir hunderte Menschen mobilisiert, die lautstark und entschlossen ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Papst und den gesellschaftlichen Verhältnissen zum Ausdruck brachten.

Das repressive Verhalten von Stadt, Polizei und Ordnungsamt – nicht nur im Vorfeld der Demonstration – empfinden wir als skandalös, es überrascht uns allerdings nicht. Geht es doch den Organisator_innen des Papstbesuchs in der Stadtverwaltung einzig darum, eine pompöse Werbeveranstaltung für den Standort Freiburg aufzuziehen.

In Redebeiträgen und mit Sprüchen („Adam und Otto statt Adam und Eva!“) wurde auf die reaktionäre Sexualmoral der katholischen Kirche und den wieder auflebenden kirchlichen Antijudaismus hingewiesen. Mit Sprüchen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“ äußerten die Demonstrant_innen zudem, dass patriarchale Zustände und Antisemitismus
nicht nur Probleme der katholischen Kirche, sondern fester Teil des deutschen Alltags sind. Forderungen nach einem säkularen Staat oder einer „grünen, toleranten“ Stadt wurde eine klare Absage erteilt: „Papst. Nation. Freiburg. Scheiße!“

Wir freuen uns, dass wir zumindest am Freitagabend den „Wir sind Papst“-Hype und die lokalpatriotische Stimmung zeitweise lautstark durchbrechen konnten.

Für das Wochenende wünschen wir allen Antisemit_innen, Sexist_innen, religiösen Fundamentalist_innen, Partydeutschen und Lokalpatriot_innen sintflutartige Regenfälle höllischen Ausmaßes!

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